Züchterberichte

Züchterberichte.

 

Faszination Toulouser Gänse und Ihre Schwierigkeiten und Freuden ! (von Mark Hoppe)

 

Schon seit meiner Jugend faszinierte ich mich für alle Geflügelarten, schon im Alter von 6 Jahren liefen schon verschiedene Rassehühner und Kreuzungshühner in unserem Garten herum, später folgten Enten und schließlich Gänse. Bis zu dem Zeitpunkt waren es immer Kreuzungstiere die ich von meinen Eltern auf Geflügelmärkten geschenkt bekam. Schon damals durfte ich bei einem bekannten älteren Herren im Frühjahr Bruteier in dessen Brutmaschine legen. Täglich ging ich zu dem Mann und beobachtete wie und was man bei der Kunstbrut beachten muß. Aber auch die Naturbrut führte ich dann mit Zwerghühnern durch. Im Alter von 14 Jahren besuchte ich mit meinen Eltern zum ersten mal eine Geflügelschau dort erblickte ich eine faszinierende Rasse, ich fand heraus das es Toulouser Gänse waren, mein Gott dachte ich was für riesige imposante Tiere und so ganz anders als alle Gänse die ich zuvor in meinem Leben sah. Ich nahm Kontakt zu einigen Besitzern von Toulouser Gänsen in unserer Region auf und so kam ich auch zu der Adresse von Siegfried Dziomba aus Twistetal, dieser züchtete schon seit vielen Jahren Toulouser Gänse und das mit größtem Erfolg auf vielen Großschauen. Von nun an war das Ausflugsziel an fast jedem Sonntag ein Toulouser Züchter. Schon im November des darauf folgenden Jahres bekam ich 1:2 Toulouser Gänse von S. Dziomba. Was für ein toller Stamm Toulouser Gänse. Schon in demselben Jahr im Dezember stellte ich 1:1 von den Toulousern aus. Meine Freude war groß ich erhielt SG auf den Ganter und SG E auf die Gans. Die Jahre vergingen die Zucht wurde etwas intensiver betrieben, ich behielt zwei oder auch gar drei Zuchtpaarevon den Toulousern. Doch die Zucht war nicht so einfach wie ich mir das erwünschte. Ich stellte fest das Toulouser Ganter nicht die fruchtbarsten sind, ziemlich tollpatschig beim Tretakt sind und sich auch nicht ohne weiteres mit jeder Gans anpaaren. Auch die Naturbrut ist bei der Toulouser nicht empfehlenswert, die Gans ist nämlich genauso tollpatschig. Ich ließ eine Gans in einem Zuchtjahr brüten, 13 Eier legte ich Ihr unter, nach einer Woche schaute ich mal nach, es waren nur noch 7 Eier ganz unter dem Tier, toll dachte ich mir, was für eine Pleite aber es kam noch schlimmer. Ich durchleuchtete die 7 noch heilen Bruteier und da stellte sich bei heraus, das nur drei befruchtet waren. Im Laufe der nächsten Wochen stellte ich fest das die Gans noch 2 Eier beschädigte, so daß zum Schluß nur noch 1 Brutei übrig blieb woraus leider kein Gössel schlüpfte. Von nun an war mir klar, Toulouser Gänse und Naturbrut - nein danke. Da ich zu dieser Zeit selbst keine Brutmaschine besaß brachten wir die Bruteier zu einem Hühnerzüchter im Nachbarort der eine große Brutmaschine besaß. Über drei Jahre wurden dort meine Gössel ausgebrütet aber nicht mit dem Erfolg wie ich mir das vorstellte. So mußte nun gespart werden um eine Brutmaschine zu kaufen was dann auch im darauf folgenden Jahr geschah. Jährlich zog ich von zwei bis drei Stämmen. In schlechten Jahren hatte ich manchmal überhaupt keine oder nur eine knappe Hand voll Gössel und in sehr guten Jahren 25-30 Gössel im Jahr. Toulouser Gänse sollten als Paare 1:1 oder als Stämme 1:2 gehalten werden da sonst die Befruchtung zumeist sehr zu wünschen übrig läßt. Junggänse legen ca. 15-20 Eier in der Legeperiode und mehrjährige Gänse legen bis zu 30 Bruteiern pro Saison,

Ausnahmen auch mehr.In den ersten Jahren hatte ich noch nicht so das Züchterauge für die Ausstellungstiere, so waren bei vielen Tieren nur die Bewertungsnote G für GUT als Ergebnis zu betrachten, doch nach und nach wußte ich genau was bei den Toulousern,wie sein muß um hohe Noten auf Ausstellungen zu erzielen. Mit den Jahren stellte ich dann auch SEHR GUTE Tiere auf Großschauen aus und sogar einzelne HERVORRAGENDE Bewertungen auf meine selbst gezüchteten Toulouser Gänse.

 

 Doch nicht nur die Toulouser Gans als Tier interessierte mich sondern auch die Herkunft, das Erzüchten usw. wollte ich genau wissen. Durch die moderne Technik des Internets wurde viel Gegoogelt nach Toulouser Gänsen, so konnte ich die Patentochter von Hermann Radetzky ausfindig machen und fuhr zu ihr nach Ochsenfurth,was ich dort über die Radetzky Zucht erfuhr war für mich eine unendliche Bereicherung über das Wissen der Familie Radetzky und deren wohl außergewöhnlichsten Zuchterfolge die ich je über einen Züchter erfuhr.

 

Redet man von dem Namen Radetzky in Züchterkreisen so weiß jeder wer damit gemeint ist. Familie Radetzkyaus Ochsenfurth kann man verdanken das die Toulouser Gänse von solch vorzüglicher Qualität schon seit dem Beginn der Radetzky Zucht im Jahre 1873 immer weiter in Deutschland verbessert wurde. Es begann mit der einmaligen Züchtererscheinung für Wassergeflügel - Adam Radetzky,Würzburg, der Gründer der Deutschen "Toulouser Dymnastie". Schon in seiner Lehrzeit beschäftigte er sich intensiv mit der Zucht von Wasser -geflügel, Toulouser und Emdener Gänse sowie Aylesbury,-und Rouenenten tummelten sich am Ufer des Mains auf großen Wiesen.Adam Radetzky fand dabei in seiner Mutter eine verständnisvolle Förderin seiner Liebhaberei. Viele Ausstellungen wurden von Ihm mit größten Erfolgen und Auszeichnungen mit seinen Tieren beschickt. Als gestandener Mann besuchte er dann Schauen in ganz Deutschland. Mit dem Zug fuhr er mit seinen Tieren auf alle Ausstellungen. Als die große Münchner Schau in das neue Ausstellungsgelände auf der Theresienhöhe umsiedelte, da war auch Adam Radetzky wieder dabei. Aber da es leider für Ihn keine Gelegenheit gab in allernächster Nähe zu seinen Tieren zu übernachten, zog er es vor, nach der sachgemäßen Behandlung einer vorschriftsmäßigen Kalbshaxn, einigen Maß Bier und einer ausgedehnten Unterhaltung auch nachts in der Nähe seiner Lieblinge zu bleiben und bei ihnen zu schlafen. In den umgelegten Transport - körben machte es sich Adam Radetzky mit einer Decke gemütlich. So sah man Ihn dann am frühen Morgen nach St. Paul hinuntergehen, um nach dem Frühstück zu schauen.

Niemand vermutete hinter dem einfachen Menschen, der auf Äußerlichkeiten keinen Wert legte, die große,nie mehr erreichte Züchterpersöhnlichkeit. Auch wurden Tiere mit der Bahn zu Schauen verschickt ohne das er selbst mit dorthin konnte. Seine Toulouser erregten schon 1899 in Paris größtes Aufsehen, standen 1911 auf der Weltausstellung in Thurin, von der sie leider tot zurückkamen, weil man sie in der Schweiz am Bahnhof bei größter Hitze im Mai ohne Wasser stehen ließ. Mit anderen Tieren beschickte er bereits im nächsten Jahr, also 1912, die Weltausstellung in Petersburg mit größtem Erfolg, wobei zu erwähnen ist das die Gänse volle 4 Wochen ihre heimatlichen Weiden nicht sahen. 1914 brachte Ihm die Nationale in Berlin die höchste Auszeichnung der damaligen Zeit, die goldene Kaisermedalie. Er starb 1925. Sein Sohn Franz Radetzky, der die Zuchten mit gleich großen Erfolgen weiterführte und wie sein Vater Tiere in alle Weltverkaufte verließ uns 1945 für immer. Danach setzt der andere Sohn, namens Hermann Radetzky das Erbe seines sehr bekannten Vaters und nicht minder bedeutenderen Bruder in kaum zu übertreffender Weise mit höchsten Schauerfolgen fort. Ende der sechziger Jahre verstarb dann auch Hermann Radetzky, leider wurde die Zucht von keinem Familienmitglied weitergeführt und so wurden die letzten einzelnen Zuchttiere an Interessierte verkauft. Doch man sah diese außergewöhnliche Tierqualität in dieser Form nicht wieder.

 

Aber ich informierte mich nicht nur im Inland bei Züchtern sondern auch in Amerika, Kanada, Frankreich und England. Ich kann Euch mitteilen das es die Toulouser Gans in all den genannten Ländern in Qualität gibt, sogar in anderen Farbschlägen wie weiß, lederbraun, gescheckt und bunt wenn auch nicht anerkannt. Aber in Deutschland ist die Toulouser Gans wohl am feinsten in Ihrer Qualität, hier wird auf geradliniege Brustkiele, gerade Wammen geachtet, was in anderen Ländern nicht wichtig erscheint. In den anderen Ländern sind die Toulouser auch längst nicht so hoch im Stand. Durch den niedrigen Standwirken die Toulouser noch wuchtiger und breiter als in Deutschland. Durch die niedrige Standhöhe ist dort die Befruchtung allerdings noch viel schlechter als bei unserer Linie. Die Gefiederfestigkeit ist längst nicht so wie in Deutschland, genauso die Grundfarbe und der Federsaum, da wird nicht draufgeachtet. Auch die Vitalität ist wohl bei den Deutschen Toulousern am besten.

Wie sieht eine Toulouser Gans aus ?

Die wohl imposanteste Gänserasse im BDRG ist wohl die Toulouser Gans. Sie erreicht ein Gewicht von bis zu 10 kg, nicht selten erreichen auch kräftige Jungganter oder Alttiere Gewichte von14-15 kg. Was die Toulouser Gans für jeden Hobbyzüchter wohl sehr attraktiv macht ist das sehr ruhige und gemütliche Verhalten dieser wunderschönen Rasse, die durchaus auch in Wohngebieten gehalten werden kann. Sie ist sehr anspruchslos in der Aufzucht, eine schöne Weidefläche, eine Bademöglichkeit und ein Zugfreier Stall reichen aus um die Tiere glücklich zu machen, noch etwas Körnerfutter dazu und die gefiederten Freunde fühlen sich wohl und zeigen dies durch ihre Zutraulichkeit ihrem Besitzer gegenüber.

Der breite Körper wirkt sehr massig und kompakt. Der mittellange Hals ist sehr kräftig und darf nicht zu lang wirken. Der Kopf muß wie alles bei der Toulouser Gans sehr breit sein, dazu recht kurz und hoch.Die Wangen sollten kräftig und hervortretend sein.Das große gut gerundete,dunkle Auge sollte von einem kräftig orange gefärbten Augenring umfaßt werden. An der Kehle muß eine ausgeprägte aber möglichst glatte ohne Querfalten vorhandene volle Wamme sein, auch Kehlwamme genannt. Der Oberkopf sollte schön abgerundet und nicht flach sein. Typisch für diese Rasse der ebenfalls kräftig, breit und kurz nach vorne abwärts, gebogene Schnabel in oranger Farbe. Die Schnabelbohne sollte hell sein, bei Jungtiere schwarzeinlagerung noch gestattet. Der fast gerade getragene Rücken mit breiten,vollen Schulter passt sich der fast waagerechten Rumpfhaltung an. Die breite und volle Brust ziert ein durchaus ausgeprägter Kiel, auch Brustkiel genannt der vom Hals beginnend geradlienig zwischen dieLäufe in die Doppelwamme verläuft.Das volle Hinterteil und der Bauch besteht aus einer Doppelbauch -wamme, die beidseitig gleichmäßig tief und voll bis fast zum Boden verlaufen soll und hinten geschlossen abschließt. Die mittellangen sehr kräftigen Läufe sind ebenfalls von oranger Färbung und werden zum größten Teil durch die üppigen Flankenfedern verdeckt. Die Fußnägel sind schwarz durchfärbt.Der kurze und breite Schwanz wird waagerecht getragen.

Die Farbe wird wie bei der Graugans, möglichst satt, ins schwarz oder blau spielende Farbe mit feiner,möglichst reinweißer klarer Federsäumung. Schwanzgefieder grau mit weißen Rändern. Bauch und Steißgefieder weiß. Jungtiere sind heller als Alttiere und mehr braungrau.

Häufig auftretende Fehler und Wünsche bei Schautieren :

zu geringe Körpergröße oder fehlende Masse, zu lange und dünne nicht zum Körper passende Hälse, flache Oberköpfe, untypische schlanke Schnäbel. Fehlen oder zu schwache Kehlwammen. Brustkiel zu wenig veranlagt, einseitig,-oder beidseitig in Bauchwammen einlaufend. Bauchwamme einseitig,nicht gleichmäßig oder schräg / offen im Auslauf. Zu schmal in den Schultern. Grundfarbe und Saum nicht wie im Standard verlangt. Fehlende oder zu schwacher Federsaum. Zu lose oder lockeres Gefieder. Mißbildungen aller Art.

 

Worauf sollte bei der Toulouser Zucht in Zukunft drauf geachtet werden ?

Ganz wichtig in meinen Augen ist, das die Tiere nicht höher werden. Der Hals darf nicht länger und nicht dünner werden, ganz im Gegenteil, wir haben hier eine Toulouser Gans die in Standhöhe und Halslänge nicht einer Emdener ähneln soll, was in letzter Zeit des öfteren auf Ausstellungen zu beobachten ist. Wir sollten die Rasse nicht kräftiger züchten sondern uns auf die Feinheiten fixieren.Das heißt, das Gefieder in unseren Zuchten festigen, bessere Säumungen, sattere Grundfarben im Farbtyp wie sie nach dem Standard verlangt werden. Kreuzende Handschwingen sollten in den Zuchten weniger auftreten. Kopfpunkte etwas typvoller, etwas mehr "Backen", kürzere und kräftigere Hälse was einen Toulouser Typ erst den letzten Feinschliff verleiht. Brustkiele sollten schön gerade in dem Verlauf vom Hals bis mittig in der Doppelwamme verlaufen, ohne Wellen oderseitlich einlaufende Kiele. Doppelwammenabschluß sollte voll, breit und möglichst ohne den unschönen Spalt zwischen den Doppelwammen im Abschluß sein. Breite Rücken, kräftige Läufe,vitale Gesichtsfelder, lebhafte runde Augen(keine flachen Schlitzaugen oder gedrückte Oberköpfe), mit orangefarbenen Augenringen. Der Schnabel sollte im Ansatz an die Stirn keine Wucherungen und "Höcker" aufweisen. Die Kehlwammen sollten möglichst ohne Wellen und Knicke schön ausgeprägt sein. Die Struktur der Halsfedern einer hochfeinen Toulouser sollte eine Art senkrechter"Furchen" aufweisen. Die Toulouser Gans hat ein üppiges Gefieder was nicht so fest wie bei anderen Gänserassen ist, das sollte sich jeder Preisrichter vor der Bewertung nochmals einprägen. Hier ist noch ein kleines Wort an die Preisrichter meinerseits, bitte bedenkt wieviele Merkmale eine hochrassige Toulouser Gans hat, welche nicht einfach zu erzüchten sind, bei der Bewertung.

 

Von der Kunstbrut bis hin zu den Rassegeflügelausstellungen bei Gänsen

hier ist zwischen 2 Brutmaschinenarten zu entscheiden, zum einen der Flächenbrüter oder zum anderen der Motorbrüter. Die meisten der Gänse und,- Entenzüchter bevorzugen einen Motorbrüter, schon Aufgrund der größeren Ei Einlagekapazität. Ein Motorbrüter ist heutzutage, je nach Geldanlage, eine nahezu Vollautomatische "Glucke". Die Motorbrüter können die Bruteier automatisch in einem nach eigenen Bedarf einzustellenden Intervall wenden, befeuchten, Temperatur halten und Regeln sowie auch kühlen. Die Brutmaschine sollte bei Eieinlage eine Temperatur von 37,8 C haben. Die Bruteierbrauchen in den ersten drei Tagen nicht gewendet und nicht mit Wasser besprüht zu werden.Anschließend ist ab den vierten Tag ein Abkühlen der Eier täglich von 2 mal 30 Minuten oder einmal mindestens 45 Minuten zu empfehlen. Ich persönlich bin immer bestens damit gefahren die Bruteier einmal 45 Minuten abkühlen zu lassen was mit einem Abkühltimer geschieht. In dieser Abkühlphase läuft der Ventilator der Brutmaschine weiter aber die Heizung stellt sich aus, somit wird mit Raumtemperatur die Brutmaschine belüftet, das heißt aber auch das die Brutmaschine in einem Raum mitkonstanter Zimmertemperatur steht und mit ausreichender Frischluft auch bei wärmeren Tagen ausgestattet ist. Diese Zeit wenn die Brutmaschine die Bruteier nicht wärmt nutze ich um die Bruteier zu durchleuchten, Wasser in die Befeuchtungsbehälter nachzufüllen, die Bruteier mit Wasser zu besprühen usw. Die Luftfeuchtigkeit in der Brutmaschine sollte während der Vorbrut ( 1.Tag - 26. Tag ) bei 50-60 % liegen. Empfehlenswert ist das Wenden der Eier drei mal am Tag, aber auch zweimaltäglich reicht aus. Hat die Brut ihren täglichen Ablauf so sollte man nach ca. 7 Tagen die Bruteiermittels einer Schierlampe durchleuchten um nicht befruchtete Eier aus der Maschine zu entfernen.Das  so genannte Schieren sollte dann nochmals nach ca. 2-3 Wochen wiederholt werden um abgestorbene Bruteier zu entfernen, damit die Brutmaschine und natürlich die wertvollen Bruteier von brutungünstigen Gerüchen verschont bleiben. Ist dann der 26. Bruttag erreicht so sollte man die Bruteier von den Rollenhorden auf Schlupfhorden, bzw. vom Vor zum Schlupfbrüter umlegen, damit die frisch geschlüpften Jungtiere beim Schlupf weich sitzen. Ab diesen 26. Tag sollten die Bruteier nicht mehr gewendet werden, die Luftfeuchtigkeit sollte etwas erhöht werden auf 70-80 %, nachdem die Bruteier dann noch bis zum 28. Tag ruhig liegen beginnen die Gänsegössel die Eischale mit dem Eizahn aufzudrücken und nun kann der Schlupf beginnen.Doch es ist nicht so, das aus jedem befruchteten Ei ein Gössel schlüpft. Einige kommen nur in die Luftblase und schaffen es nicht die Eischale aufzubrechen, andere schaffen zwar ein Loch in die Eischale zu stoßen aber kommen von selbst nicht aus dem Ei. Da ein jeder Züchter bedacht ist einige Gössel zu ziehen hilft man auch manchmal den Gösseln. Doch hilft man zu früh, ist der Dottersack noch nicht vollständig eingezogen und es blutet noch, wartet man zu lang ist das Gössel eventuell schon abgestorben. Ab und zu können sich die frisch geschlüpften Gössel nicht auf den Beinen halten, die Beine rutschen nach außen weg.Da hilft etwas Klebeband oder ein lockeres Gummi was man für 6-8 Stunden an die Beine macht bis das Gössel halt hat um selbst aufzustehen.Die Gössel sollten noch einige Stunden in der Brutmaschine bleiben bis das Daunenkleid trocken ist. Die Toulouser Gösselkommen in dunklen Daunenkleid, schwarzen Schnabel und schwarzen Läufen und Füßen zur Welt.

Nun werden die Jungtiere in ein Kükenheim mit ausreichender Wärme umgestallt. Dann kann die Aufzucht mit zuerst Starterfutter und nach drei - vier Wochen mit Aufzuchtfutter fortgeführt werden.Zusätzlich so früh wie möglich sollten die Jungtiere Gras aufnehmen können, natürlich nur bei geeignetem Wetter, bitte nicht die Jungtiere morgends wenn der Morgentau auf dem Gras ist oder bei Regen und kaltem Wetter heraus lassen. Bei Sonnenschein wachsen die Tiere am besten, Sie laufen vergnügt im Auslauf herum, zupfen am Gras, machen Ihre ersten Badeversuche und Ruhen sich bei einem Schläfchen aus um neue Kraft und Energie zu schaffen um weiter zu wachsen. Liegen die Jungtiere im Grünen und strecken beim ruhen ein Bein nach hinten, so ist das ein Zeichen des Wohlbefindens und der Zeit des Wachsens. Die Läufe und Schnabelfarbe färben sich langsam um und werden heller. Nach ca. drei Wochen müssen die Toulouser mit dem Bundesring versehen werden,aber bitte aufgepasst manchmal passen die Ringe schon da nicht mehr über die Knöchel. Nach 6 -8Wochen müssen die Jungtiere auf Körnerfutter umgestellt werden, je nach Rassen sollte man Weizen, Gerste und Hafer zufüttern. Ausreichend frisches Trinkwasser und ab und zu eine Bademöglichkeit sollte den Tieren natürlich zur Verfügung gestellt werden um dem Federwachstum die besten Vorraussetzungen gewährleisten zu können.

Der Züchter betrachtet jetzt im Wachstum täglich seine Jungtiere sehr genau und schon erblickt  er seine Top Favoriten aus den Herden. Zwei bis drei Wurmkuren sollten mit den Jungtieren gemacht werden um vorrauszusetzen das die Tiere top fit sind und auch bleiben. Doch während dieser Zeit verändern sich die Tiere auch sehr oft, noch heute ist man ganz hin und weg von einem Tier,so kann es morgen ein Fehler zeigen der nicht beim Züchter erwünscht ist. Die Aufzucht der Jungtiere ist eine sehr aufregende, interessante und auch immer wieder erlebnissreiche Zeit bis hin zu den Rassegeflügelausstellungen die ab frühen Herbst beginnen. Nun kommt die Zeit, wo der Züchter nochmal richtig gefordert wird. Welche Tiere stellt man aus, welche entsprechen dem Standard und welche Tiere gefallen eventuell den Preisrichtern ? Die für die Ausstellung vorgesehenen Tiere werde aus der Herde herausgesucht, die Füße, der Schnabel und was noch nicht ganz so sauber ist, wie man es sich vorstellt, werden gereinigt. Los gehts die ausgesuchten Favoriten werden in bequeme Transportkisten gepackt und schnellstens zu der Ausstellungshalle gebracht, wo schon geräumige, mit Stroh gestreute Käfige vom Ausstellungsteam mit viel Mühe und Hingebung vorbereitet wurden.Die Tiere werden liebevoll in die Ausstellungskäfige gesetzt, es wird nochmal nachgeschaut ob sich die Tiere wohl fühlen. Wasser, Futter alles in bester Ordnung, so nun schaut der Züchter nochmal durch die Reihen der Tiere und verlässt zuversichtlich oder auch manchmal etwas skeptisch die Ausstellungshalle. Eine unruhige Nacht für den Züchter beginnt, seine Lieblinge so weit weg von der Heimat. Schon am nächsten Morgen ganz in der Früh werden die Tiere in der Ausstellungshalle mitfrischem Wasser und Futter vom Ausstellungsteam versorgt. Kurz darauf kommen die Preisrichter in die Ausstellungshallen und sollen die Tiere nach besten Wissen und Gewissen und natürlich nach dem momentanen Standard bewerten. Vorzüge und Wünsche werden zu jedem Tier auf der Bewertungs -karte erstellt, aber auch Mängel. Auch Preisrichter haben es nicht immer leicht, das Ausstellungs - team möchte so früh wie möglich die Bewertungskataloge erstellen und so bleibt dem Preisrichter nicht alle Zeit der Welt um das Tier noch seinem Vorzügen zu Beurteilen. Nach einem anstrengenden aber auch sehr schönen Bewertungstag verlässt der Preisrichter mit getaner Arbeit die Ausstellungs - halle. Der Züchter zu Hause schaut schon ständig auf die Uhr und ist schon ganz aufgeregt und kann es kaum erwarten zur Ausstellung aufzubrechen um seine "Ernte des Jahres" zu betrachten. Wie haben die Tiere wohl abgeschnitten ? Hat der Preisrichter wohl die Vorzüge alle entdeckt und hat sich das Tier von seiner besten Seite gezeigt ? Auf in die Ausstellungshalle, der Züchter ruft seine Tiere mit leiser Stimme und die meisten Tiere seiner Zucht stimmen in ein freudiges Geschrei ein. Die Bewertungen, naja dort ein Punkt mehr, dort ist es okay und bei dem Tier hat der Preisrichter sogar einen Vorzug erkannt, den der Züchter erst jetzt selbst sieht. Prima dieses Gesamtergebnis mit den Pokalen oder auch Bändern hat sich gelohnt. Das arbeits und,- zeitintensive Hobby bringt dem Züchter nun den Lohn und die Zufriedenheit. Voller Stolz und Zufriedenheit werden die Tiere nach der Ausstellung wieder behutsam nach Hause gebracht und bestens ge,- und verpflegt. Die Ausstellungssaison ist vorbei nun sucht der Züchter mit seinem gekonnten Auge seine Zuchttiere für die kommende Saison aus. Welcher Ganter passt zu welcher Gans ? Hervorragend nun sind die Zuchtstämme zusammengestellt und verpaaren sich.In den ersten tagen des Januars werden die Zuchtgänse geimpft gegen den Parvovirus. Die Impfung besteht aus zwei Impfungen innerhalb von vier Wochen. Die Impfung von Gänse- und Flugentenelterntieren bewirkt die Ausbildung einer Immunität gegen Feldinfektionen mit Parvovirus, so das die Jungtiere schon über das noch nicht gelegte Brutei geschützt sind und sich nicht mehr damit infizieren können. Einige Ruhige Monate beginnen, die Tiere werden gesund und mit viel vitaminreichen Futter für die neue Zuchtsaison vorbereitet. Der Züchterbeobachtet seine Zuchtpaare ganz genau, die ersten Sonnenstrahlen im zeitigen Frühjahr erwecken bei den Tieren den Trieb der Paarung. Der Tretakt erfolgt des öfteren am Tage und der Züchter hofft das die in wenigen Wochen abgelegten Bruteier auch bestens befruchtet sind. Die Nester werden gebaut, die ersten Eier werden von den Tieren abgelegt. Der Züchter sammelt die Bruteier täglich schon früh am morgen und lagert sie kühl. Täglich werden sie gewendet damit das hoffentlich entstehende Embryo sich bestens entwickelt und nicht im Ei verklebt. Nachdem einige Eier gelagert sind wird die Brutmaschine wie in jedem Jahr zuvor angestellt und die Temperatur und Luftfeuchtigkeiteingestellt. Die neue Brut beginnt und der Züchter blüht wieder auf und freut sich auf die kommende, hoffentlich erfolgreiche Zucht seiner gefiederten Freunde.

Na sind Sie jetzt nicht auch von der Leidenschaft eines Gänsezüchters etwas in den Bann gerissen ?

 

Der Züchterkreis der Toulouser Gänse ist leider nicht sehr groß, gerade deshalb freuen Wir uns über jeden "Neuzüchter" der sich der Rasse, einer der schönsten Gänsearten wohl überhaupt verschreibt,die TOULOUSER GANS.

 

Bei Fragen rund um die Toulouser Gans oder auch anderer Gänserassen können Sie sich jederzeit an folgenden Ansprechpartnerwenden :Mark Hoppe, Tel.: 05603/6749 oder Emailadresse : Mark.Hoppe@gmx.de. Noch mehr Bilder und Informationen gibt es über meine Webseite die unter folgender Adresse im Internet zu erreichen ist : www.wassergefluegel.npage.de

Mark Hoppe

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              Naturbrut bei Hausgänsen ! ! !
Erfolgreiche Nachzucht bei Fränkischen Landgänsen,fängt wie überall bei den Zuchttieren an.
Nicht zu groß,nicht zu klein (Ganter 5 – 6 kg , Gans 4 – 5 kg /wiegen schadet nicht ),alle
Hauptrassemerkmale vorhanden? Ein Luftiger Stall von ca. 4 qm Grundfläche mit reichlich
Einstreu, reicht für ein Zuchtpaar aus .
Ich empfehle die Paarweise Haltung,da der Abstammungsnachweiß sicherer ist ,
zum , anderen wenndie Weiblichen Tiere unterschiedlich brüten kann es pasieren ,
besonders wenn eine Gans bereits Jungtiere führt das die andere(n) ihr Brutgeschäft beenden !
 Ebenso istmindestens eine Duschwanne mit täglich frischem Wasser (Qualität nicht Quantität )
Von Nöten .
Solange das Zuchtpaar noch alleine ist reicht ein Auslauf von ca. 3 ar.
Angepaart wird Mitte November , wenn keine direkten Verwandten in unmittelbarer Nähe sind
Auch noch bis Weihnachten .
Im Januar noch eine Wurmkur mit Solubenol oder Ähnlichem .
Gefüttert wird mit 2/3 ganzem Hafer und 1/3 Gerste. Dem Ganzen werden noch ein paar Sonnen-
Blumenkerne und etwas Muschelschrot beigemischt.Es ist nicht von Nöten die Tiere mit Lutzerne-
Presslingen , Legekorn , Mais oder Vitaminpräparaten zu einem früheren Legen in der „ Kargen Zeit „
Bewegen zu wollen „Weniger ist zum Schluß oft mehr“ .
Unsere Fränkischen Landgänse spüren selbst wenn die Richtige Zeit für den Legebeginn ist.
Sollte es dennoch frostig kalt sein , werden die frisch gelegten Eier dem Nest entnommen und je
Durch ein etwa gleich großes weißes Hartholzei ersetzt.
ZurBruteilagerung brauche ich hoffentlich nichts zu sagen (Raumthemperatur , Luftfeuchtigkeit ,
Wenden ).
Wenn sich je nach Eigröße , also nach 10-15 Eiern der Brutrtieb bemerkbar macht , werden der Gans
Ihre Eier wieder untergelegt , und die Holzeier entnommen .
Auch während der Brut benötigt die Gans täglich frisches Badewasser .
Der Ganter bleibt bei der Gans , auch später beim Schlupf und der Aufzucht der Jungtiere , im selben
Stall und Auslauf .
Am 6ten und 25ten Bruttag werden die Eier durchleuchtet , und Unbefruchtete oder Abgestorbene
Eier entfernt .
Normalerweise liegt die Brutdauer zwischen 30 und 31 Tagen , hat bei mir , bei einem plötzlichen
Wetterumschwung , auch sch bei 34 Tagen gelegen .
Wenn der Ganter unruhiger wird , nicht mehr frisst und dem Partner nicht mehr von der Seite weicht
Naht der Schlupf der Gössel , der meist in 5-6 Std. geschehen ist . Falls sich der Schlupf verzögern sollte ist der Ganter mit den Erstgeschlüpften schon auf der Weide , und hudert Sie , während die Gans weiter ihrem Brutgeschäft nachgeht .
Die ersten beiden Wochen lasse ich den Nachwuchs mit ihren Eltern noch nicht baden .
Also benötigen die Tiere eine Wasserglocke die mit dem Wachstum der Kücken höher gestellt wird,
um verschmutzungen zu vermeiden .Bitte keine offenen Trinkgefäße benützen, die Jungtiere könnten
darinn ertrinken !
Gefüttert wird die ersten 3 Wochen mit Gänsestarter zur freien Aufnahme . Danach mit Gänsefutter
(kein Mastfutter).
Im Alter von ca. 30 Tagen wird beringt. Tiere die im Alter von 5 Wochen den Bundesring noch verlieren benötigen auch keinen (zu klein für Zucht und Ausstellung).
Letzt ist auch der Zeitpunkt langsam auf Körnerfutter umzustellen. Aber wie eingags erwähnt keinen Mais oder andere Masthilfen ! !
Wenn die Gössel ab der 3ten Woche ihrem natürlichen Badetrieb nachgehen dürfen, sollte auch der Auslauf , in dem ein paar Schattenspender sind , vergrößert werden. Optimal währen Natürlich Wechselausläufe, aber das ist halt nicht immer machbar.
Wenn Sie diese Ratschläge befolgen, Dürfte auch bei ihren „Fränkischen“ der gesunde Nachwuchs nicht ausbleiben.
                               Zuchtwart für Fränkische Landgänse
                                      Andreas Holl